Das Deradikalisierungs-Projekt „Heroes“

Heroes ist in doppelter Hinsicht eine Mogelpackung:

Erstens deradikalisiert das Projekt keine Jugendlichen. Dort heißt es zwar auf der Startseite unter dem Stichwort „Evaluation“

„Aus unserer Befragung geht hervor, dass ehemalige Teilnehmende an HEROES-Workshops sich deutlich ablehnender gegenüber Gendernormen äußern, die Gewalt gegen Frauen und Mädchen gutheißen, als Nicht-Teilnehmende. Das heißt, dass HEROES-Workshops die Teilnehmenden in ihren Einstellungen merklich beeinflussen und das Hinterfragen tradierter Verhaltensmuster unterstützen. Vor dem Hintergrund des bestehenden Wissens zu dieser Art Projekte ist dies ein beachtenswertes Ergebnis.“

Das ist aber Unsinn, denn die Teilnehmer sind kein repräsentativer Querschnitt der Zielgruppe, was immer die ist. Vielmehr gehen dort die Jugendlichen hin, die sowieso nicht radikal sind, um noch unradikaler zu werden. „Diese Jugendlichen waren noch nie Antisemiten“ heißt es treffend in einer Doku. Was bring das dann? Noch ein paar Kartoffel-Dummschwätzer mehr? („Kartoffel“ ist ein Schimpfwort für Deutsche.) Frauenversteher zu besseren Frauenverstehern ausbilden?

Zweitens war meines Wissens kein „Hero“ weit und breit zu sehen, als es in Köln und anderswo zu Gewalt gegen Frauen kam, ein paar Helden hätte brauchen können. Wer sich theoretisch für noch mehr Frauenrechte einsetzt, der wird kein Held. Zum einen braucht es dafür keinen Mut, da läuft schon eine ganze Selbstbeweihräucherungs-Industrie, da muss man sich nur die Liste auf dem Netzwerk und den Unterstützern ansehen, lauter steuerfinanzierte nichtstaatliche und staatliche Stellen. Zum anderen macht das die Welt nicht besser; jeder weiß das. Deswegen unterstützen so wenige Frauen den Feminismus. Um es anders zu sagen: Feminismus macht das Leben für Frauen so viel besser, wie der Kommunismus das Leben der Arbeiter besser gemacht hat.

Dass das Feministen sind ist eindeutig, nicht nur wegen der hässlichen Gesichter auf den Bildern. Die Checkliste verlangt zuallererst 100.000 Euro jährlich, die ja dann in den Taschen irgendwelcher Linksgrünen landen, ein weiteres, nichtstaatliches aber steuerfinanziertes Feminismusprojekt. Da steht dann, einschließlich Gender-Unterstrich:

„Gruppenleiter_innen: Ihre Kompetenzen, Qualitäten und was bei der Auswahl zu berücksichtigen ist.“

Aber eben keine Offenheit für ernsthaft gelebten Glauben. Das können sie so machen, wenn sie wollen; sie sollten dann aber auch ehrlich sagen, wen sie da nicht wollen, gläubige Moslems beispielsweise. Sie wollen auch keinen friedlichen Islam lehren, sondern einen Nicht-Islam.

An was jetzt, Menschenrechte, die für alle gelten, oder Frauenrechte, die Männer benachteiligen?

Das zeigt doch das Dilemma: Die, die deradikalisiert werden müssten, die werden nur jemanden ernst nehmen, der seine deradikalen Positionen auch aus dem Koran begründen kann. Dann sind sie aber nicht mehr neutral. Wenn sie „neutral“ sein wollen, „neuter“ bedeutet auf Lateinisch „weder–noch“, dann sind sie eben genau das, gar kein Glaube, und für radikale Moslems ist das eben nur Mušrikūn-Agitation.

Hier wird ausdrücklich gefordert, dass man Feminist sein muss, wenn man Heroes „Gruppenleiter_in“ werden will, oder bereit sein muss, es zu werden. Alleine der Gedanke, dass dann feministische Frauen Gruppen für Jungs leiten … Weiter unten kommt dann noch ein Mädchenbeirat vor, aber kein Bubenbeirat; das ist Feminismus, wie er leibt und lebt.

Dass es auch genau so gemeint ist sieht man daran, wie viele hellweiße, privilegierte Frauen auf den Bildern am Rednerpult stehen, und kein einziger weniger weißer Jugendlicher darf etwas sagen.

Man muss das nur einmal mit dem „Lies!-Projekt“ vergleichen: Die Jugendlichen dort haben etwas aufgebracht, Verzicht auf Sex vor der Ehe, Alkohol und Schweinefleisch, sie haben Mut gezeigt im Angesicht eines gewissen Widerstandes, und sie sind geschult. Natürlich haben sie vom Schicksal der Juden im Dritten Reich gehört, das müssen sie wissen, um über die Situation im Nahen Osten reden zu können. Diese Jugendlichen werden losgeschickt, mit den Menschen zu reden, und man hört ihnen zu. Sicher, sie erhalten auch Widerspruch, aber sie werden ernst genommen, bei ihren eigenen Leuten, und in der Öffentlichkeit. Sie wissen Dinge, die ich nicht weiß. Darum stehen sie auch anders da. Und die „Heroes“, was wissen die? Dass es ein Drittes Reich gab? Dass man damals Juden umgebracht hat? Ich bin auch durch die Ausstellung geschleift worden, ich weiß das auch, warum sollte ich ihnen zuhören?

Deutsche Feministinnen, die diese Projekte finanzieren, mögen das als gerecht empfinden, denn Frauen werden schließlich unterdrückt, und müssen gefördert werden. Dass sie an der Stelle Geld, das eigentlich für Migranten gedacht war, für ihre eigene Propaganda verwenden, und dass vor allem die Frauen am Rednerpult selber wesentlich mehr Privilegien und Einfluss haben als die weniger hellhäutigen Jugendlichen, für die sie sich angeblich einsetzen würden, das sehen sie nicht, und wollen es wohl auch nicht sehen.

Feminismus, wie er leibt und lebt.

Stand: 14.07.2016